Olympic Way – Wembley (London)

Kundenspezifische Beleuchtungslösung, die Fans zur Wiege des Fußballsports leitet

Im Mai 2016 stimmte die Verwaltung des Londoner Stadtbezirks Brent einem neuen Masterplan für den Stadtteil Wembley Park zu, bei dem es sich um eines der größten Modernisierungsprojekte in Europa handelt. Das Projekt unter der Federführung des Bauträgers Quintain hatte zum Ziel, die Umgebung des Nationalstadions so umzugestalten, dass der weltberühmte Veranstaltungsort in ein florierendes Londoner Viertel mit Wohnungen, Ladengeschäften und Arbeitsplätzen verwandelt wird.

Im Zuge des Projekts wurden der Olympic Way, der Weg von der U-Bahn-Station bis zum Stadion, und die Olympic Steps, die Freitreppe am Stadioneingang, komplett neu gestaltet, um allen Besucher*innen einen barrierefreien Zugang zu ermöglichen und um mehr Freiflächen für ein lebendiges Stadtviertel zu schaffen.

In Zusammenarbeit mit Quintain, dem Architekturbüro Dixon Jones, dem Generalunternehmer Volker Fitzpatrick und den Lichtdesignern von Speirs Major entwickelte Schréder eine kundenspezifische Beleuchtungslösung, die in dem beleuchteten Raum für eine sichere und ansprechende Atmosphäre sorgt. 

 

Ein interdisziplinäres Projekt, mit dem ein herausragender öffentlicher Raum geschaffen wurde

Dixon Jones erstellte das architektonische Konzept. Speirs Major war für die Ausarbeitung des Beleuchtungskonzepts verantwortlich. Im Rahmen des Planungsprozesses koordinierte Volker Fitzpatrick wöchentliche Planungssitzungen, an denen die Designer und die Vertreter der weiteren beteiligten Interessengruppen teilnahmen, um die Planung zu entwickeln und weitere Details zu besprechen. Eine hervorragende Koordination und eine effiziente Kommunikation mit allen Beteiligten, insbesondere über die Schnittstellen der verschiedenen Elemente (beispielsweise die Schnittstellen zwischen den Säulen und dem Deck), waren für den Erfolg des Projekts ausschlaggebend. Alle Beteiligten befolgten bei der Arbeit den BIM-Projektabwicklungsplan des Kunden. Dies ist bei Großprojekten von entscheidender Bedeutung. Die Dokumentenkontrolle und -verwaltung erfolgte über Viewpoint for Projects. 

Hinsichtlich der Beleuchtung lautete die Anweisung kurz und klar: weißes Licht in den Hauptbereichen und RGBW-Endstückleuchten, beides mit kompletter Steuerung. Die Leuchten an den einzelnen Säulen werden zusätzlich über CMS-Knoten gruppenweise geregelt. Die Endstückleuchten und die Handlaufbeleuchtung werden über eine vernetzte, cloudbasierte DMX-Lösung gesteuert.

Olympic Way, Wembley Park
London
Großbritannien

Kunde

Quintain Limited

Partner

Architekten: Dixon Jones
Lichtdesign: Speirs Major
Auftragnehmer: Volker Fitzpatrick
34
maßgefertigte Mehrzweckstelen
13.5m
Höhe
5
kundenspezifisch angefertigte Projektortypen
4.5m
Auslegerlänge

Maßgefertigte Lichtsäulen werten das Nutzererlebnis und die Identität auf 

Entlang des Olympic Way sind jetzt insgesamt 34 maßgefertigte Mehrzwecksäulen angebracht. An jeder der 13,5 m hohen Säulen befindet sich ein beleuchtetes Banner. An dem 4,5 m langen Auslegerarm können fünf verschiedene, kundespezifisch angefertigte Projektortypen angebracht werden. Zudem sind die Säulen mit einer gesonderten Bannerbeleuchtung, mit RGBW-Endstückleuchten und mit der zukunftssicheren Möglichkeit ausgestattet, weitere Funktionen zu installieren, die über die reine Beleuchtung hinausgehen. Viele dieser Zusatzfunktionen wurden vom Kunden vom ersten Tag an genutzt (Wireless Access Points, Personenzählerkameras, Überwachungskameras).

Die Beleuchtung kann ferngesteuert gedimmt werden, um die Lichtverteilung zu ändern. Auf diese Weise lassen sich verschiedene Stimmungen und Atmosphären erzeugen. Die gesonderte Bannerbeleuchtung sorgt für eine gleichmäßige Ausleuchtung der Banner, die in „normalen“ Zeiten an die 50 Mal pro Jahr gewechselt werden. 

Darüber hinaus befinden sich im Deckbereich außerhalb des Stadions weitere sieben 16 m hohe und neun 12 m hohe Säulen. Die neue LED-Handlaufbeleuchtung (360 separate Lichtpunkte) wurde an der Freitreppe angebracht, die zum Stadion führt. In dem unter dem Deck liegenden Bereich wurde zusätzlich eine Deckenbeleuchtung installiert, die das Ambiente und die Sicherheit für alle Nutzer*innen verbessert.

Die Beleuchtung ist adaptiv, passt sich also an die enorm schwankenden Nutzerzahlen an. Dies können große Menschenmassen bei Top-Spielen oder eben nur wenige Anwohner*innen sein, die tagtäglich die Fußwege nutzen und sich in der Umgebung bewegen.

Es handelt sich um den gesamten öffentlichen Raum, der den Weg von der Bobby Moore Bridge bis ganz hinauf zum Wembley-Stadion umfasst. Ich habe meinen Sohn dorthin begleitet. Als Fußballfan durchquert man auf dem Weg zum Stadion diesen gesamten städtischen Bereich. Für die Bewohner*innen ist dies auch ein wichtiger Raum für Begegnungen in ihrem Stadtviertel.

Clare Thomas
Head of Logic Bureau – Urbis Schréder

Viel mehr als nur eine Lichtsäule 

Die Säulen sind für eine Zusatzlast von 1.700 kg für künftige Funktionskomponenten ausgelegt. Dieses erhebliche zusätzliche Gewicht sowie die für die Zusatzkomponenten erforderlichen Montagepunkte, Stromversorgungs- und Datenverbindungsanschlüsse mussten bei der Planung von Anfang an berücksichtigt werden. Es waren viele Planungs- und Entwicklungsiterationen erforderlich, bis eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung gefunden war. Bei der Planung der Säulen wurden noch viele weitere Funktionskomponenten integriert, die man normalerweise bei einer „typischen“ Beleuchtungslösung nicht erwarten würde. Die meisten dieser cleveren Komponenten bleiben dem Auge des Betrachters verborgen, sorgen jedoch für wertvolle Zukunftssicherheit und bieten viele Jahre lang die Möglichkeit, zusätzliche Funktionen zu aktivieren. Die Säulen bieten neben der Beleuchtung auch die Möglichkeit, hinter speziellen Abdeckungen Lautsprecher anzubringen. Zudem sind Datenanschlüsse für Kameras, Sensoren, Wireless Access Points und Personenzählerkameras vorhanden. 

In den Säulen, die auf dem Deck installiert wurden, sind außerdem Verkehrssignalkameras (sowie die zugehörige Verkehrssignalausrüstung) sowie Mikrofonstationen und Lautsprecher untergebracht.

Die Drainageleitungen auf dem Deck verlaufen sogar direkt durch den Sockel der Säulen. Das klang zunächst etwas verrückt, hat sich bei näherer Betrachtung aber als sehr elegante architektonische Lösung erwiesen, die trotz anfänglicher Bedenken gut funktioniert. Der Koordinationsaufwand für die Installation der Säulen war enorm - eine herausragende Teamleistung.

Mark Searle
Project Solutions Manager - Urbis Schréder

Die 13,5 m hohen Säulen sind mit integrierten Stromversorgungs- und Datenanschlüssen sowie mit zahlreichen Montagepunkten ausgestattet. Das bedeutet, dass die Auslegerarme für die Bannerbefestigung entfernt und durch digitale Displays ersetzt werden können, wenn der Kunde dies für künftige Vorhaben wünscht. 
 

Volle Flexibilität durch intelligente Beleuchtung 

Für ein derart hochkarätiges Projekt ist eine effiziente Zusammenarbeit mit den verschiedenen Beteiligten und Interessengruppen ein entscheidender Faktor, um das Beleuchtungskonzept mit einer strukturell soliden Substanz umzusetzen.

Da die Anzahl der Nutzer*innen starken Schwankungen unterliegt, wird die Beleuchtung bei normaler Nutzung auf rund 50 Prozent und bei geringer Nutzung sogar noch stärker gedimmt. Die Beleuchtung der Handläufe ist normalerweise auf 20 Prozent der möglichen Leistung geschaltet. Bei maximaler Leistung strahlen die Leuchten auf der Freitreppe zum Stadion hingegen bis zu 200 lx ab. 

Dadurch verfügt die Stadtteilverwaltung von Wembley Park bei den unterschiedlichen Funktionen über maximale Flexibilität. Mit der Anlage können viele Beleuchtungsszenarien ferngesteuert geschaltet werden. So können Beleuchtungsszenen für unterschiedliche Verwendungszwecke eingestellt werden, ohne dass dazu hardwareseitige Änderungen vorgenommen werden müssen. Um Tausende von Menschen gefahrlos die Treppen hinab zu geleiten, können die Verantwortlichen die Beleuchtungszeitpläne und deren Intensität flexibel an die Anforderungen anpassen.

Das flexible System bietet der Stadtteilverwaltung von Wembley Park auch die Möglichkeit, die Notbeleuchtung ferngesteuert einzuschalten. Bei etwaigen Störungen oder Vorfällen, aber auch im Normalbetrieb, kann der Kunde in Echtzeit alle Funktionen ferngesteuert aktivieren.

Als Beleuchtungsexperte muss man sich in den Raum hineinversetzen und genau überlegen, wie er genutzt wird. Meiner Meinung wird in unserer Branche oft der Fehler gemacht, dass man Funktionen entwickelt und bereitstellt, nur damit man bei den zu erfüllenden Standards einen Haken setzen kann.

Wir hinterfragen viel zu selten, wie wir uns selbst dort fühlen würden, wie wir die Objekte nutzen und welchem Zweck sie eigentlich dienen. Für mich sind das die wichtigsten Belange, mit denen wir uns in unserer Branche auseinandersetzen müssen. Das ist bei diesem Objekt sehr gut gelungen.

Natürlich geht es in erster Linie darum, eine Verbindung zwischen der U-Bahn-Station und dem Stadion zu schaffen. Doch es geht auch darum, einen ansprechenden Raum im Herzen eines Stadtviertels zu schaffen und eine Verbindung zwischen den Bewohner*innen und dem zu gestaltenden Raum herzustellen. Die von uns bereitgestellten Strukturen dienen dem Zweck, die dortige Infrastruktur an den sie umgebenden öffentlichen Raum anzubinden. Eine tolle Sache.

Clare Thomas
Head of Logic Bureau - Urbis Schréder

Die neue Beleuchtung hat ganz sicher dazu beigetragen, für die Anwohner*innen einen attraktiven Bereich der Begegnung zu schaffen. Doch auch für die angereisten Sportfans bedeutet die Beleuchtung eine deutliche Aufwertung. Sie stellt ein infrastrukturelles Rückgrat entlang des zentralen Fußgängerwegs dar. Damit ist Wembley Park in der Lage, sowohl den Anwohner*innen als auch den Stadionbesucher*innen Serviceleistungen anzubieten.