Offen, interoperabel, widerstandsfähig: Nachhaltige Städte für die Zukunft

Nicholas Church - Schréder Hyperion
Nicholas Church
Global Business Development Manager - Smart Cities

Städte sind offene Räume, in denen Menschen leben, entdecken und Ideen austauschen. Städte sind der natürliche Lebensraum von Innovation und nichts in ihnen sollte eingeschlossen werden. Aber einige Infrastruktursysteme tun unter Umständen genau das, indem sie Optionen blockieren, anstatt Wahlmöglichkeiten zu eröffnen. Schréder und Hyperion, Schréders Smart City Centre of Excellence, sind entschlossen, Interoperabilität in alle unsere Aktivitäten zu integrieren - damit Städte ohne Grenzen wachsen können.

Einfach ausgedrückt bedeutet Interoperabilität, dafür zu sorgen, dass verschiedene Systeme miteinander kommunizieren und zusammenarbeiten können. Wenn Sie ein Foto mit Ihrem Handy aufnehmen, erwarten Sie, dass Sie es auf Ihrem PC, Tablet, den Handys Ihrer Freunde und auf Smart TVs betrachten und bearbeiten können. Sie steht seit langem im Mittelpunkt innovativer Technologiepolitik: Anfang dieses Jahres stellte die Europäische Kommission ihr neues digitales Paket für einen digitalen Wandel in Europa vor, das Interoperabilität als einen der Schlüsselaspekte beinhaltet.

 

“Interoperabilität hat ihren Platz auch in der neuen europäischen Datenstrategie, da sie für eine maximale Nutzung von Daten unerlässlich ist“, stellt die Kommission fest, wobei der Schwerpunkt auf den öffentlichen Diensten liegt.

 

Eine universelle Sprache sprechen

Schréder ist Gründungsmitglied des Zhaga-Konsortiums, das geschaffen wurde, um Austauschbarkeit zwischen Leuchten verschiedener Hersteller zu ermöglichen. Im letzten Jahr tat sich das Konsortium mit der Digital Illumination Interface Alliance (DiiA) zusammen, um die Schnittstelle zwischen LED-Außenleuchten und Kommunikationsknoten zu standardisieren. 

Man führte ein neues Zhaga-D4i-Zertifizierungsprogramm ein, das Plug-and-Play-Interoperabilität gewährleisten soll. Das bedeutet, dass Stadtplaner, Stadtverwaltungen und Städte Leuchten, Armaturen, Steuerknoten und Systeme von jedem unserer Mitglieder kaufen können - und dass sie alle miteinander funktionieren. Schréder hat etwa ein Dutzend Zhaga-zertifizierte Produkte und entwickelt weitere.

Um noch einen Schritt weiter zu gehen, setzt Schréder jetzt uCIFI (eine neue Datensprache nach dem Smart-City-Standard) in seiner Leuchtensteuerungs-Hardware der vierten Generation ein. Das uCIFI-Datenmodell basiert vollständig auf D4i, geht aber noch viel weiter und umfasst alle Smart-City-Anwendungen. Was bedeutet das? Es bedeutet, dass alle Smart-City-Anwendungen auf demselben Datenmodell basieren werden, d. h. sie sprechen dieselbe Sprache und können so leichter miteinander interagieren. Damit wird einmal mehr ein wichtiges Hindernis für die Realisierung von Smart-City-Projekten abgebaut, um Lösungen offener und flexibler zu gestalten und so ihre Interaktion zu ermöglichen.

Offene, interoperable und skalierbare Beleuchtungsnetze können beim Aufbau einer „Smart City“ eine wesentliche Rolle spielen. Indem sie diese Systeme - die viel mehr bieten als nur Licht - mit vernetzten Steuerknoten versehen, können sich Städte Möglichkeiten eröffnen, der Gemeinschaft soziale, ökologische und wirtschaftliche Vorteile und sich selbst einen finanziellen Nutzen zu verschaffen.

 

Bad Hersfeld, großartige Beleuchtung 

Bad Hersfeld ist eine charmante Kurstadt im Herzen Deutschlands. Jeden Sommer empfängt die Stadt mehr als 100.000 Besucher bei den Bad Hersfelder Festspielen, einem Open-Air-Festival der darstellenden Künste. Diese finden in der Stiftsruine statt, einer imposanten romanischen Ruine, die mit einem ausfahrbaren Zeltdach versehen wurde, damit die Show bei jedem Wetter weitergehen kann. 

Bad Hersfeld wanted open and interoperable infrastructure when renovatin Stiftsruine - Shuffle and owlet were ideal

Die Stadtverwaltung sanierte vor kurzem den Bereich rund um die Klosterruine und verbesserte die Strom-, Wasser- und Abfallinfrastruktur, um die Festspiele und verschiedene saisonale Märkte ausrichten zu können. Man beschloss auch, die Beleuchtung zu ersetzen, da es Beschwerden über die schlechte Ausleuchtung des Bereichs gab. 

Da Nachhaltigkeit im Mittelpunkt aller Initiativen von Stadtverwaltungen steht, wollte man ein intelligentes Beleuchtungssystem, das dazu beiträgt, das kulturelle Erbe ins rechte Licht zu rücken, wenn die Besucherzahlen steigen - und gleichzeitig Energie zu sparen, wenn es nicht gebraucht wird. Ein entscheidendes Kriterium war ein offenes und interoperables Steuerungssystem, dass die Integration mit anderen Plattformen erlaubt - daher entschied man sich für eine Kombination von Shuffle-Stelen, Zylindo-Laternen und Millenium-Pollern, die mit Sensorerkennung ausgestattet sind und durch das Owlet-IoT-System gesteuert werden. 

Kostenloses WLAN ist über die Shuffle-Stelen für jedermann verfügbar, sodass sich niemand Sorgen machen muss, sein Datenvolumen zu stark zu strapazieren - ein echter Vorteil für Touristen. Kameras verstärken das Gefühl der Sicherheit. Und Lautsprecher können während der Festspielsaison und beim Weihnachtsmarkt Musik ausstrahlen, um ein stimmungsvolles Besuchererlebnis zu schaffen. Dank der zukunftssicheren Infrastruktur kann die Stadt völlig flexibel entscheiden, wer diese Dienstleistungen anbietet.

 

Randerscheinungen

In den letzten Jahren haben wir uns alle mit der Cloud und den Vorteilen vertraut gemacht, die sie in Bezug auf das Datenmanagement bringen kann. Bei einigen Diensten jedoch, wie z. B. bei selbstfahrenden Autos, kann selbst der Sekundenbruchteil, in dem Daten an die Cloud übermittelt werden, eine zu große Verzögerung darstellen. Bei anderen Diensten ziehen Bürger oder Stadtverwaltungen dagegen vielleicht einfach eine lokale Speicherung ihrer Daten vor. Der Basketballplatz in Antwerpens „Slimme Zone“ verarbeitet Daten lokal, sodass Sensorinformationen dort bleiben, wo sie relevant und nützlich sind.

Open lighting technology from Schréder is helping the city of Antwerp to create smart zones with extra value for citizens

Beides sind Fälle, in denen Edge Computing hilfreich ist. Dabei werden Daten näher am „Rand“ des Netzwerks verarbeitet - dort, wo sich die Leuchte, der Mast oder der Sensor befindet. Das bedeutet, dass in zeitkritischen Situationen Informationen dort verarbeitet werden können, wo sie benötigt werden, anstatt sie zu und von einem Server zu schicken, der möglicherweise Hunderte von Kilometern entfernt ist.

Schréder-Systeme sorgen dafür, dass dieser wesentliche Informationsaustausch auch am Rand erfolgt, nicht nur in der Cloud oder auf Ihrer City-Management-Plattform. Unser CIO, Nicolas Keutgen, meint dazu:

"Wir haben eine Philosophie entwickelt, die Städte und Bürger in den Mittelpunkt stellt und die lokalen Bedürfnisse und die lokale Identität versteht.“



Auf dem Vorhandenen aufbauen

Lichtpunkte sind die perfekte Grundlage für die Smart-City-Infrastruktur. Sie sind bereits vorhanden, ermöglichen es den Städten, die bestehende Infrastruktur zu monetarisieren und erfordern zur Einführung einer Fülle neuer Dienstleistungen keine große Änderung der Strategie. Die Shuffle-Stele kann beispielsweise eine Vielzahl von Einheiten aufnehmen, von Farbwechsler-Lichtringen zur Erleichterung der Zoneneinteilung bis hin zu WLAN-Knoten - von verschiedenen Herstellern. Das bedeutet Interoperabilität.

Da Beleuchtung mit Softwaresystemen verschmilzt, um eine wirklich intelligente Stadt zu schaffen, warum nicht mit einigen Gedanken zur Interoperabilität aus der Welt der Technik schließen, die immer mehr mit unserer eigenen verschmilzt?

Offene Softwareschnittstellen seien ein integraler Bestandteil der Innovationswirtschaft gewesen, schrieb Kent Walker, Senior Vice President of Global Affairs von Google im August im Blog des Unternehmens. „Sie ermöglichen die Interoperabilität, die es Software-Entwicklern schon immer erlaubte, auf der Arbeit von Kollegen aufzubauen.“

Daran arbeitet auch Schréder in Bezug auf Beleuchtung und darüber hinaus. 

 

Über den Autor

Nicholas Schréder setzt sich leidenschaftlich für den Aufbau einer nachhaltigen Zukunft ein und stieß zu Hyperion, unserem Smart City Centre of Excellence, als es 2019 in Lissabon eröffnet wurde. Er befasst sich hauptsächlich mit der Entwicklung von Außenbeleuchtungssteuerungssystemen, die Städten helfen sollen, zukunftssichere Beleuchtungssysteme für intelligente Stadtprojekte zu schaffen. Heute leitet er die UCIFI-Marketing-Arbeitsgruppe, die der Unterstützung und dem Aufbau der UCIFI-Allianz dient, die Barrieren abbauen soll, um Smart-City-Technologien offener zu gestalten. Nicholas studierte Bauingenieurwesen am Imperial College London, absolvierte ein Erasmus-Semester in Frankreich und ist jetzt in Portugal ansässig.

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