Menschen und Beleuchtung: Hannah Smith

Hannah Smith is in charge of Lighting Design at Urbis Schréder
Hannah Smith
Lighting Design Manager - Urbis Schréder

Hinter jedem Unternehmen stehen die Menschen, die dort arbeiten. Seit mehr als hundert Jahren steht Schréder dank seiner Mitarbeiter im Bereich Beleuchtungstechnik weltweit an der Spitze. Im Laufe des Jahres 2021 werden wir uns mit den Menschen beschäftigen, die Schréder zu dem machen, was es ist, und dabei ihre Laufbahn, ihre wichtigen Projekte und ihre Gedanken zur Entwicklung der Beleuchtungstechnik unter die Lupe nehmen.

Hannah Smith ist seit sechs Jahren als Lighting Design Manager bei Urbis Schréder in Großbritannien beschäftigt. Die Gestaltung öffentlicher Plätze ist ihre große Leidenschaft. Sie leitet ein Team, das gemeinsam mit den Projektmanager*innen und Kund*innen Beleuchtungskonzepte für Außenbereiche entwickelt. Gemeinsam führen sie umfangreiche Beleuchtungsstudien durch und kreieren Entwürfe, die die Einhaltung einschlägiger Normen und eine beeindruckende Ästhetik unter einen Hut bringen. Hannah Smith und ihr Team stellen den Kund*innen anschließend mit Blender, Relux, Dialux oder Photoshop angefertigte 3D-Visualisierungen zur Verfügung, damit sie sich schon vor Beginn der Arbeiten die Umsetzung der Beleuchtungskonzepte realistisch vorstellen und sich von den verschiedenen Möglichkeiten ein Bild machen können. 

 

Ich habe Produktdesign studiert und finde es faszinierend, wie man durch die Beleuchtung öffentliche Räume umgestalten kann ...

Während des Studiums habe ich ein Praktikum bei einem auf die Innenbeleuchtung spezialisierten Unternehmen gemacht. Es hat mich schon immer sehr interessiert, wie das Licht einen Ort und dessen Umgebung völlig verändern kann. Nach meinem Studienabschluss habe ich dann in diesem Unternehmen gearbeitet. Bei Urbis Schréder bot sich mir eine Chance, und mir wurde klar, dass ich genau das wollte: mit Licht Räume umgestalten, von anderen Menschen lernen und die gesamte Branche kennenlernen.


Langsam verändern wir die Art und Weise, wie Menschen öffentliche Räume wahrnehmen …

Bei der Beleuchtung geht es darum, Menschen bestimmte Gefühle zu vermitteln. Bisher standen bei der Außenbeleuchtung die einschlägigen Normen, Anforderungen und Vorschriften als Hauptfaktoren im Vordergrund. Bei der Innenbeleuchtung war man da schon immer etwas flexibler: Bei der Gestaltung stehen die Menschen und deren Gefühle in dem beleuchteten Raum im Fokus. Das ändert sich langsam. Jetzt beobachten wir, dass sich die Kund*innen wirklich Gedanken darüber machen, wie die Menschen die betreffenden öffentlichen Räume nutzen und welche Wirkung die Beleuchtung auf sie hat, insbesondere auf Frauen, die nachts ausgehen. Dabei geht es nicht um Zahlen, sondern darum, Orte zu schaffen, an denen sich die Menschen auch draußen sicher und wohl fühlen.


Wir erwecken gemeinsam mit Kooperationspartnern Ideen zum Leben …

Bei der Zusammenarbeit geht es darum, Ideen zum Leben zu erwecken. Deshalb arbeiten wir mit Stadtverwaltungen, Beratungsunternehmen, kurz, mit allen Beteiligten zusammen, um unsere Projekte in die Realität umzusetzen. Für mich ist die Arbeit als Designerin in einem Fertigungsunternehmen faszinierend, denn ich stehe dabei im Zentrum eines interdisziplinären Prozesses. Ich weiß, was technisch möglich ist, und ich arbeite mit allen Beteiligten daran, deren Visionen umzusetzen. Ich habe mit einem Team herausragender Expert*innen eine kundenspezifische Beleuchtungslösung für die Stufen zum Wembley Stadion im Zuge der Olympischen Spiele gestaltet. Das war ein wirklich herausragendes Projekt und eine fantastische Erfahrung. Die Beleuchtung sieht einfach umwerfend aus! 

Schréder delivered bespoke lighting solutions to light Wembley Way, enhancing safety and the fan experience


Kein Auftrag ist wie der andere …

Wir beschäftigen uns viel mit der Beleuchtung von Wohngebieten, Wohnsiedlungen und den zugehörigen Zufahrtsstraßen. Kein Auftrag ist wie der andere, jede Straße ist anders. Als Designerin gefallen mir bei diesen Projekten die Herausforderungen, die sich mir stellen, und die abwechslungsreichen Möglichkeiten. 


Eine gute Beleuchtung trägt zur optimalen Gestaltung eines Objekts bei ...

Zunächst einmal braucht es keine enorme Infrastruktur, um Eindruck zu hinterlassen. Beim ersten von mir geleiteten Projekt in Coventry setzten wir 12 Meter hohe Stelen aus Holz ein, die eine „warme“ Anmutung haben und mit der Umgebung völlig harmonieren. Ein ähnliches Konzept verfolgten wir an der St. Mary’s School nahe dem englischen Ort Ascot. Dort vermitteln speziell gefertigte Holzmasten ein dezentes Ambiente, in dem sich die Masten harmonisch in den Baumbestand einfügen. Es muss keine massive Konstruktion sein, es müssen keine wechselnden Farben vorhanden sein. Wichtig ist nur, dass die Beleuchtung für ein gutes Gefühl sorgt.

Wooden timber columns were chosen when lighting St Mary's Ascot to harmoniously integrate the landscape


Es gilt auch, eine Geschichte zu erzählen …

Eines meiner Lieblingsprojekte ist Salthill im irischen Galway, auch wenn ich dort nicht an der Projektarbeit beteiligt war. Es ist ein hervorragendes Beispiel für eine Beleuchtungslösung, mit der ein Bereich auf wirklich spektakuläre Weise ganz neu gestaltet wurde. Bei dem Projekt geht es um die Menschen und darum, wie sie nachts den Blick auf die Bucht von Galway genießen können. Wir haben abstimmbare einstellbare weiße LEDs eingesetzt, die den strengsten EU-Spezifikationen gegen nächtliche Lichtverschmutzung und zum Schutz der dortigen Tier- und Pflanzenwelt entsprechen. Auch das Projekt, das wir im nordirischen Lisburn realisiert haben, finde ich toll. Das Design der Masten erinnert an den Leinenhandel in der Stadt. Sie haben eine Geschichte zu erzählen und würdigen die Historie der Region.

Urban lighting should create a nice atmosphere or tell a story to celebrate local heritage like in Lisburn


Der britische Markt ist sehr speziell, was die Photometrie betrifft … 

Bei der Entwicklung von Linsen speziell für den britischen Markt arbeiten wir mit unseren Kolleginnen und Kollegen aus der Photometrieabteilung unseres belgischen Forschungs- und Entwicklungszentrums R-Tech zusammen. Denn die Anforderungen an die Optik sind in Großbritannien ganz anders. Wir arbeiten hier hauptsächlich mit dem Parameter Beleuchtungsstärke. Im übrigen Europa wird für Berechnungen vorwiegend die Leuchtdichte herangezogen. In Großbritannien installieren wir meist keine Ausleger an den Masten, was sich ebenfalls auf die photometrische Verteilung auswirkt. So gibt es viele kleine Details, die den Unterschied ausmachen. Nachdem wir aus der EU ausgetreten sind, beobachten wir die Entwicklungen genau. 


Innerhalb von sechs Jahren bin ich von der Position einer Trainee zur Teamleiterin aufgestiegen ... 

Ich war zunächst als Lichtdesignerin an der anfänglichen Planungsphase von Projekten beteiligt. Dabei geht es darum, dass der Kunde ein Objekt durch ein neues Design umgestalten möchte, bei dem auch die Beleuchtung eine Rolle spielen soll. Dann bin ich in den Projektbereich gewechselt. Hier geht es um die eigentliche Umsetzung des Projekts, um die Bereitstellung von Masten, Handläufen – um einfach alles. 
Jetzt leite ich ein Team aus Lichtdesigner*innen, die an einer Vielzahl von Projekten arbeiten – angefangen bei Ausschreibungen für umfangreiche Modernisierungsprogramme bis hin zu kleineren Projekten. Wir stellen den Kund*innen überzeugende Fotos und Videos bereit, damit sie sich das umgestaltete Objekt besser vorstellen und sehen können, welche Möglichkeiten wir anbieten können. 


Schréder ist für meine eigene Weiterentwicklung wirklich sehr gut ...

Das wäre ohne die Menschen, die von meinen Fähigkeiten überzeugt sind, nicht möglich gewesen. Jetzt möchte ich, dass mein Team Erfolg hat. Deshalb habe ich in diesem Jahr einen jungen Mitarbeiter in das Team aufgenommen. Die Weiterentwicklungs- und Karrieremöglichkeiten, die sich hier bieten, sind hervorragend. Man wird ständig dazu ermuntert, Neues auszuprobieren. Ich hatte auch herausragende Mentoren - hier gilt mein Dank vor allem Nigel Townsend, unserem technischen Leiter. Er hat mich als mein Mentor immer dazu angespornt, noch besser zu werden, unterschiedliche Dinge auszuprobieren und mich selbst herauszufordern.

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